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Referenz 2

Versteigerungsverhinderer

Beschluss des LG Ravensburg vom 14.01.2011, 3 T 40/10

Immer wieder tauchen sog. Versteigerungsverhinderer als Vertreter der Eigentümer in Zwangsversteigerungsverfahren auf, denen es nur darum geht, mit einer Vielzahl von Anträgen das Verfahren zu stören und potentielle Interessenten abzuschrecken. Das Landgericht Ravensburg hat sich in seinem Beschluss unserer Auffassung, wonach solche Versteigerungsverhinderer die Beistandseigenschaft nicht erfüllen, angeschlossen und damit die Zulassung als Verfahrensbeistand des Eigentümers verweigert.

Voraussetzung für eine Zulassung als Beistand sei, dass diese sachdienlich ist und hierfür nach den Umständen des Einzelfalls ein Bedürfnis besteht. Sachdienlichkeit liege nur dann vor, wenn der Beistand mit besonderer Sachkunde ausgestattet ist. Das Vorliegen besonderer juristischer Kenntnisse genüge hierfür nicht, da sich die Partei hierfür auch eines Rechtsanwalts bedienen kann. Für ein besonderes Bedürfnis ist Voraussetzung, dass der Beistand aufgrund eines besonderen Vertrauensverhältnisses zu seiner Partei deren Vertrauen genießt.

Diese Voraussetzungen erfülle ein geschäftsmäßig auftretender Versteigerungsverhinderer nicht; die entgeltliche Verfahrensvertretung sei grundsätzlich Rechtsanwälten vorbehalten.